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Klima im Wandel - von der Thermik zum Unwetter


Wenn die Sonnenstrahlung auf trockenes Gelände trifft, erwärmt sich nicht nur die Erdoberfläche, sondern auch die bodennahe Luftschicht. Verstärkt wird dieser Effekt durch den erhöhten Anteil der besonders energiereichen UV-Strahlung. Durch die geschwächte Ozon-Schicht kommt mehr UV-Licht bis zur Erdoberfläche durch, als es von Natur aus der Fall wäre.
Die erwärmte Luft steigt auf – das ist die Thermik. Segelflieger wissen sie zu schätzen und zu nutzen, denn sie vermag das Flugzeug in große Höhe zu tragen. Am perfektestes zu nutzen wissen sie aber die großen Raubvögel, die von der Thermik getragen stundelang ohne einen Flügelschlag zu kreisen vermögen.
Die erwärmte Luft ist ein Teil des Wettergeschehens – eines das vor Ort entsteht. Der zweite Teil des Wettergeschehens ist die Luft, die aus der Ferne heranweht. Dort, wo die beiden Luftmassen aufeinander treffen, spielt sich das Wetter ab.
Wenn Luftmassen mit geringer Temperatur-Differenz aufeinander treffen, passiert nicht viel. Ein bisschen Wind, einige Wolken und etwas Regen, mehr nicht. Ganz anders ist jedoch die Situation, wenn die Temperatur-Differenz groß ist. Dann kommt es zu hochenergetischen Erscheinungen wie Hagel, Wolken-bruch, Gewitter und Sturm. Dieser Sturm kann unter bestimmten Bedingungen auch verwirbeln und dann als Tornado auftreten. In Deutschland ist der Begriff „Tornado“ noch nicht besonders geläufig, die hier auftretenden geringen Verwirbelungen mit eher geringem Zerstörungs-Potential wurden als Windhosen bezeichnet. Als Vorboten der beginnenden Klima-Erwärmung jedoch haben sie in letzter Zeit durchaus schon Tornado-Charakter angenommen – Baby-Tornados gewissermaßen.
Wie eingangs erwähnt entsteht Thermik über trockenem Gelände. Über nassem Gelände findet eine andere Energie-Umwandlung statt – die Verdunstung. Sie benötigt viel Energie und absorbiert gewissermaßen die einfallende Strahlung.
Folglich entscheidet der Wassergehalt bzw. die Feuchtigkeit der Landschaft, ob durch Thermik erhitzte Luft vorliegt oder kühlere, unerhitzte.
Unsere Landschaft befindet sich aktuell in einem Zustand, der als reinster „Thermik-Motor“ bezeichnet werden kann: perfekt entwässerte, trockene Äcker, entwässerte Wiesen und knistertrockene Kiefernforste. Entwässerungs-Gräben durchziehen die Landschaft überall, ein dichtes Netz mit tausenden Kilometern! Aufgrund der längst überentwässerten Landschaft führen diese Gräben oft nur periodisch Wasser. Der Grundwasser-Spiegel ist abgesenkt, was überregional wirkt und indirekt auch eigentlich nicht an Gräben angeschlossene Feuchtgebiete (die wenigen, die es noch gibt) austrocknen lässt.
In der Vergangenheit galten die Schutz-Bemühungen den Tieren und Pflanzen der Feuchtgebiete. Neuerdings tritt hier ein völlig neuer Aspekt hinzu: Das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Feuchtigkeit in der Landschaft entscheidet darüber, ob uns mit der nächsten Kaltfront die Hütte davonfliegt, oder nicht!!! Es geht um unser Hab und Gut und auch um unser Leben. Denn die Baby-Tornados haben uns bisher nur punktuell und relativ gering „beharkt“ – das kann sich noch deutlich ändern.
Die CO²-Senkung ist vielleicht ein Weg, ein bisschen Einfluss auf das Wetter-Geschehen zu nehmen. Aber die Versteppung der Landschaft ist ein gewaltiger Faktor, der mehr bewirkt als ein zaghafter Dreh an der Klimaschraube. Die Feuchtgebiete sind ein Dämpfungs-Faktor, der uns helfen kann, die Klima-Erwärmung einigermaßen heil zu überstehen. Aber wir zerstören sie!