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Gewässer

Gewässer sind die Lebensadern der Landschaft. Eine überwiegende Zahl von Pflanzen und Tieren sind, direkt oder indirekt, an die Gewässer gebunden. Die Vielfalt der Arten steigt in Feuchtbiotopen und an Gewässern  stark an. Das betrifft stehende und fließende Gewässer gleichermaßen.
Die Vielzahl von wirtschaftlich motivierten Interessen an Gewässern ist erheblich. Erwähnt seien Fischseen, Badeseen und Wasserstraßen. Weil die Gewässer diesen Interessen angepasst wurden, sind natürliche Gewässer selten geworden. Ganz besonders Fließgewässer. Bäche sind oft von den Quellen bis zur Mündung begradigt und metertief ausgegraben, um die angrenzende Landschaft effektiv zu entwässern. Im Flachland sind naturnahe Bäche schon extrem selten, im Gebirge hingegen noch einigermaßen häufig.
Die Flüsse kann man in zwei Gruppen unterteilen: schiffbar und nicht schiffbar. Die nicht schiffbaren Flüsse sind auch heute noch, zumindestens auf Teilstrecken ihres Laufs, naturnah erhalten. Ganz anders die schiffbaren Flüsse: der Name Wasserstraße lässt erahnen, wie viel oder besser wie wenig Natur an diesen Gewässern geduldet wird. Buhnen, Schotterufer und Begradigungen zwingen den Fluss in ein festgelegtes Bett, das einer beständigen Erosion unterliegt. Folge dieser Tiefen-Erosion ist die Absenkung des Grundwassers in der Aue und deren Austrocknung. Die Austrocknung der Auen hat Auswirkungen, die noch kaum absehbar sind. Aufgrund der Großflächigkeit auch auf das Klima.
Es gibt aber nicht nur negative, sondern auch positive Veränderungen an unseren Gewässern. An vorderster Stelle ist die Reinhaltung zu nennen. Effektiv arbeitende Klärwerke und strenge Normen zur Reinigung industrieller Abwässer haben so manchen Stinkgraben zu ungeahnter Pracht aufblühen lassen. Selten gewordene Pflanzen und Tiere sauberer Gewässer haben alte Lebensräume zurück erobert, in denen sie z.T. schon seit über 50 Jahren nicht mehr angetroffen wurden.
Ein pfleglicher Umgang mit den Gewässern wird in der Zukunft bedeutsamer sein, als es derzeit scheinen mag. Besonders die Entwässerung der Landschaft ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

 

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