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Moore, Sümpfe und Brüche

Moore, Sümpfe und Brüche sind recht unterschiedliche Lebensräume. Allen gemeinsam ist nur der hohe Wassergehalt.
Moore sind torfbildende Lebensräume. Die im Moor wachsenden Pflanzen erzeugen aus Wasser, Nährstoffen und Sonnenenergie Biomasse, die im Unterschied zu anderen Biotoptypen nicht wieder zerfällt (humifiziert), sondern teilweise erhalten bleibt (vertoft).
Eine der Vielfalt der Moore nicht gerecht werdende Grob-Einteilung unterscheidet Hoch- und Niedermoore sowie die dazwischen vermittelnden Übergangs- oder Zwischenmoore. Sie alle können entweder offen oder bewaldet sein.
Sümpfe sind Feuchtbiotope auf „normalen“ Böden, sogenannten Mineralböden. Sie bilden keinen Torf und sind einheitlicher als die Moore. Auch sie können offen oder bewaldet sein.
Die Brüche schließlich sind keine wirklich definierte Einheit, sondern eine stets bewaldete „Übergangsform“ zwischen den Mooren und Sümpfen.
All diese Feuchtgebiete leben mit und vom Wasser. Deshalb sind sie nur dort anzutreffen, wo Niederschläge oder Grundwasser einen hohen Grad der Vernässung bewirken. Durch Kultivierung und Abbau sind Feuchtgebiete inzwischen überall selten geworden, auch dort, wo sie einst besonders häufig waren.
Besonders hart hat es die Moore getroffen: Aufgrund der wirtschaftlichen Nutzbarkeit von Torf sind sie großflächig und gründlich abgebaut worden. Im Norddeutschen Tiefland waren sie einst auf einer Fläche von ~500 000 ha anzutreffen – eine enorme Ausdehnung, die prägend für die gesamte Landschaft war. Davon sind gegenwärtig weniger als 1000 ha erhalten. Völlig unversehrt ist nur noch 1 Moor mit einer Fläche von 400ha. Die riesigen kahlen Abbauflächen sind selbst aus dem All zu erkennen! Gegenwärtig wird in Deutschland kaum noch Torf abgebaut, weil es nichts mehr abzubauen gibt. Die Torfindustrie hat sich nach Osteuropa verlagert, wo es noch etwas zu holen gibt. Wichtiger Absatzmarkt für Torf und Torfprodukte ist Deutschland.
Die wirtschaftlich weniger interessanten Sümpfe und Brüche sind vereinzelt noch anzutreffen, doch ist auch ihre Ausdehnung drastisch zurückgegangen. Durch Entwässerung sind sie einer Land- oder Forst-wirtschaftlichen Nutzung zugeführt worden. Die Brüche sind Forst-Plantagen mit Fichte und Erle, die Sümpfe Intensiv-Grünland oder Acker.
Die generelle Zerstörung der Feuchtgebiete ist der unmittelbare Hauptgrund für die Versteppung Deutschlands mit noch unterschätzten Auswirkungen auf das Klima, insbesondere im Hinblick auf energetische Wettergeschehen und Unwetter.

 

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