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P 22  Sumpf-Porst
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P 22 Sumpf-Porst

Preis ab: EUR 48,00

Schärfe: ** mittel - Auflösung: 5433 x 3603
Struktur: *** fein - Preisgruppe: 1
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Mit dem Sumpf-Porst erreicht uns ein Florenelement Sibiriens, wobei die westliche Verbreitungsgrenze mitten durch Deutschland verläuft. Vorkommensschwerpunkte sind die Mecklenburgische Seenplatte und die Lausitz. Der rund 1m hohe Strauch war ursprünglich in der Kältesteppe heimisch, er hat sich an die nach der letzten Eiszeit entstehenden Moore angepasst und ist heute eine typische Pflanzenart der Hochmoore und Moorwälder. Als Besonderheit findet man ihn als Bewohner von Felsspalten in der Sächsischen Schweiz.
In der zweiten Maihälfte blüht der Sumpf-Porst mit recht großen, weißen Blütenbällen. Die ganze Pflanze enthält berauschende ätherische Öle, die zur Blütezeit bei warmen Temperaturen und Sonne abgegeben werden. Der Aufenthalt in einem Moor mit reichlich blühendem Sumpf-Porst führt bei entsprechendem Wetter zu einem Rausch, nach spätestens zwei Stunden ist man hei. Im Mittelalter war der Sumpf-Porst aufgrund dieser Wirkung Zutat für allerlei Räucherzeug, Zauber-Trünke und eine Zutat zum Bier, das dadurch sehr stark wird. Zweige wurden in den Kleiderschrank gehängt, wodurch Kleidermotten vertrieben werden. Die Pflanzen wurden sehr rege gesammelt, wodurch entlang der Verbreitungsgrenze, wo er ehedem seltener war, viele Vorkommen verschwanden. So lange gesammelt, bis nichts mehr da war! Heute steht er unter Artenschutz, ist aber stark bestandsgefährdet. Denn die durch die Sammelwut schon ausgedünnten Vorkommen kamen durch die Vernichtung ihrer Lebensräume (Torfstecherei, Trockenlegung von Mooren) erneut in Existenznot. Erloschene Vorkommen sind nicht selten vernichtete Moore.



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