Bilder-Welt.net Bilder Felsfluren und Trockenbiotope T 04 Gimritzer Schweiz
T 03 Felsrasen in der Gimritzer SchweizT 05 Saalehänge bei Rothenburg

T 04  Gimritzer Schweiz
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T 04 Gimritzer Schweiz

Preis ab: EUR 48,00

Schärfe: ** mittel - Auflösung: 5442 x 3561
Struktur: *** fein - Preisgruppe: 1
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Als Fernwirkung der Alpen-Bildung kam es in Mitteldeutschland zu tektonischen Verwerfungen, in deren Folge Bruchschollen entweder abgesenkt oder angehoben wurden. Die angehobenen waren einer verstärkten Erosion unterworfen, so dass die härteren Gesteine magmatischen Ursprungs "herausmodelliert" wurden. Sie bilden die Porphyrkuppenlandschaft von Halle. Auch die Saalestadt selbst ist teilweise auf diesen Kuppen errichtet.
Ein besonders markanter Ausschnitt aus dieser Landschaft, die in dieser Form weltweit einzigartig ist, ist die Gimritzer Schweiz. Hier verdichten sich die bizarren Porphyr-Felsen zu Formationen, die das Landschaftsbild prägen. Drei große und mehrere kleine Schluchten durchbrechen die Felslandschaften, die sich im Westen an das Saaletal anlehnen. Das Bild zeigt den Randhang einer Felskette, dahinter die Saale. Im Hintergrund erkennt man die malerisch schöne Stadt Wettin. Die Gimrizer Schweiz gehört zum Mitteldeutschen Trockengebiet. Niedrige Niederschläge in Verbindung mit hohen Temperaturen haben die Herausbildung eines Vorposten-Standorts der südlichen Steppenvegetation zur Folge. In Verbindung mit den flachgründigen und nährstoffarmen Böden über den Felsen ergeben sich extreme Standort-Bedingungen. Eine daran angepasste Vegetation mit zahlreichen seltenen Arten hat hier ihren Standort. Die Gimritzer Schweiz ist ein Eldorado für Botaniker und das am gründlichsten durchforschte Naturschutzgebiet Deutschlands!
Der typisch deutschen Kultivierungswut ist es entgangen, weil in den Zeiten des Kalten Kriegs hier die Rote Armee geübt hat. Die Spuren der Kettenfahrzeuge sind auch heute noch deutlich in den Felsen zu erkennen.
Gefahr droht der Schönheit des Saaletals einige Kilometer oberhalb der Gimritzer Schweiz durch den geplanten Bau einer Autobahn. Weil in den Planungen ökologische Belange nicht ausreichend berücksichtigt waren, konnten sie von Naturschutz-Verbänden mehrfach gekippt werden. Wenn ab 2019 die Kriterien der FFH-Richtlinie von der Europäischen Union zwangsweise gegen deutsches Recht durchgesetzt werden, wird der Autobahn-Bau vermutlich endgültig verworfen. Einzig ein Tunnelbau wäre wirklich naturverträglich - die Porphyrkuppen-Landschaft ist ein weltweit einmaliges Naturerbe!



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