Bilder-Welt.net Bilder Moore, Sümpfe und Brüche M 09 Moor Grubenbiotop an der Polstermühle
M 08 Wollgrasmoor Grubenbiotop in der PfaffenheideM 10 Bibersumpf am Lutherstein

M 09  Moor Grubenbiotop an der Polstermühle
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M 09 Moor Grubenbiotop an der Polstermühle

Preis ab: EUR 48,00

Schärfe: ** mittel - Auflösung: 5413 x 3607
Struktur: *** fein - Preisgruppe: 1
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Verlandungsmoore sind der "Klassiker" in der Moorentwicklung: ein Gewässer verlandet und es entsteht ein Moor. Schulstoff 4. Klasse. In der Realität ist das hundertmal komplizierter uns schon allein die verschiedenen Arten der Verlandung sind eine Wissenschaft für sich.
Unter den Bedingungen großer Nährstoff-Armut, und das war vor dem großen Wirken des Menschen die Normalität, entwickeln sich Moore mit Torfmoosen und Tendenzen in Richtung Hochmoor. Ob sich irgendwann aus einem Verlandungsmoor tatsächlich ein Hochmoor entwickelt, hängt von der jährlichen Niederschlags-Summe ab. 700mm gelten als absolutes Minimum, manche Wissenschaftler geben hierfür sogar 800mm an.
Unter den heutigen Bedingungen einer mit Nährstoffen überfrachteten Landschaft entwickeln sich Röhrichte, Weidenbrüche und Erlenbrüche. Nährstoffarme Entwicklungen sind so selten geworden, dass nährstoffarme Verlandungsmoore als "von vollständiger Vernichtung bedroht" eingestuft wurden, das ist die höchste Gefährdungsstufe. Für bestimmte Pflanzen- und Tierarten ist das ein existenzielles Problem: nimmt man den Arten ihren Lebensraum, so sterben sie.
Eine gewisse Entspannung schaffen hier die Sekundärbiotope, Lebensräume "aus zweiter Hand". Speziell alte Tongruben enthalten oft Grubenseen, deren Entwicklung moorig verläuft. Das Bild zeigt den Grubensee einer alten Tongrube, in der Dübener Heide an der Polstermühle gelegen. Von Phasen hohen oder niedrigen Wasserstands immer wieder behindert, hat sich dennoch "unbeirrbar" eine Moorentwicklung nährstoffarmer Art abgespielt, die auch aktuell läuft. Seltene Pflanzen wie Rundblättriger Sonnentau, Schmalblättriges Wollgras und Zwerg-Igelkolben wachsen hier, seltene Amphibien wie der Kammolch leben im Grubensee. Und ganz gewiss noch viele Arten aus den riesigen Gruppen der Insekten, der Krebs- und Spinnentiere, deren Bestand noch nie untersucht wurde und vielleicht nie untersucht wird. Was auch nicht unbedingt nötig ist: das Vorhandensein der Lebensräume zieht immer das Vorhandensein der dazu passenden Arten nach sich. Und die machen keinen Unterschied daraus, ob das Gewässer vom Gletschereis geschaffen wurde oder Jahrtausende später von Baggern.



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